- 221 Mio. Euro Transaktionsvolumen im ersten Quartal 2026 – rund 44 Prozent weniger als im Vorjahresquartal
- Top 7 Märkte vereinen über 60 Prozent des bundesweiten Investmentvolumens, München allein rund 40 Prozent
- Spitzenrenditen weiterhin stabil bei 5,50 Prozent
Der deutsche Hotelinvestmentmarkt ist verhalten in das Jahr 2026 gestartet. Im ersten Quartal erreichte das Transaktionsvolumen 221 Mio. Euro und lag damit rund 44 Prozent unter dem Vorjahresniveau (Q1 2025: 395 Mio. Euro). Auch im Vergleich zum Fünfjahresschnitt der jeweiligen ersten Quartale (rund 319 Mio. Euro) ergibt sich ein Rückgang von 31 Prozent, gegenüber dem Zehnjahresschnitt (rund 576 Mio. Euro) sogar von 62 Prozent.
Maßgeblich geprägt wurde das Quartalsergebnis durch eine geringe Zahl großvolumiger Abschlüsse. Die größte Einzeltransaktion – der Verkauf des Excelsior Hotels in München von den Hoteliers Geisel an BlackRock Real Estate – vereinte allein über ein Viertel des gesamten Transaktionsvolumens auf sich.
„Nach dem deutlichen Zwischenhoch im Frühjahr und Herbst 2025 hat sich zum Jahresende bereits ein rückläufiger Trend abgezeichnet“, erläutert Christine Mayer, Head of Hotel Valuation Germany & Austria bei Cushman & Wakefield. „Dabei sehen wir jedoch keinen Rückgang des Investoreninteresses, sondern vielmehr eine Phase höherer Selektivität. Kapital ist weiterhin vorhanden, wird aber gezielter eingesetzt – mit klaren Anforderungen an Qualität, Betreiberstärke und langfristige Tragfähigkeit.“
Selektivität statt Zurückhaltung
Der verhaltene Jahresauftakt ist weniger Ausdruck eines Nachfragerückgangs als vielmehr das Resultat weiterhin auseinanderliegender Preisvorstellungen sowie einer vorsichtigen Deal Strukturierung. Core Assets in etablierten Lagen bleiben jedoch hoch liquide.
„Wir beobachten aktuell eine stärkere Differenzierung innerhalb des Marktes“, so Mayer weiter.
„Investoren fokussieren sich auf belastbare Geschäftsmodelle, transparente Betreiberstrukturen und Immobilien mit klaren Repositionierungsperspektiven. Die Marktphase begünstigt Manage to Core und Value Add Strategien.“
Top-Märkte im Fokus – München klarer Gewinner
Mit einem Anteil von rund 60 Prozent entfiel deutlich mehr als die Hälfte des Transaktionsvolumens im ersten Quartal auf die Top 7 Märkte. Insbesondere München dominierte – gestützt durch den größten Einzeldeal des Quartals – mit einem Volumen von rund 90 Mio. Euro die statistische Auswertung, gefolgt von Hamburg. Damit entfiel rund 40 Prozent des bundesweiten Transaktionsvolumens auf die bayerische Landeshauptstadt.
Marktbereinigung eröffnet Chancen
Einzelfälle wie die Insolvenz des Hotelbetreibers REVO werden am Markt nicht als systemisches Signal interpretiert. Vielmehr verstärken sie den Trend zu einer differenzierteren Risikobewertung.
„Solche Sondersituationen sind keine Schwäche des Hotelmarktes insgesamt, sondern Teil einer Marktbereinigung“, ordnet Mayer ein. „Für kapitalstarke und erfahrene Investoren eröffnen sich daraus zusätzliche Opportunitäten – insbesondere bei Restrukturierungen, Betreiberwechseln und strategischen Neupositionierungen.“
Spitzenrenditen stabil
Die Spitzenrenditen für Hotelinvestments haben sich im Vergleich zum Vorquartal nicht verändert und liegen – stabil seit Ende 2023 – weiterhin bei 5,50 Prozent. Trotz gestiegener Renditeanforderungen an das Eigenkapital bleibt der deutsche Hotelmarkt damit im europäischen Vergleich attraktiv positioniert.
Christine Mayer abschließend: „Der Hotelinvestmentmarkt 2026 ist von strategischer Selektion geprägt. Das Investoreninteresse bleibt hoch, Transaktionen benötigen jedoch mehr Zeit und realistische Preisniveaus. Für den weiteren Jahresverlauf wird – bei fortschreitender Annäherung von Käufer und Verkäufererwartungen – mit einer Belebung der Marktaktivität gerechnet.“